Historische Fenster, Stuck und Dielen erzählen Geschichten. Temporäre Eingriffe bewahren diese Erzählungen, indem sie sich an vorhandene Geometrien anschmiegen, Reibung statt Schrauben nutzen und Oberflächen schonen. Klemmschienen, Teleskopstangen, lose Paneele oder Stoffbespannungen erlauben Stabilität ohne Spuren. Jeder Kontaktpunkt wird weich abgepuffert. So bleiben Lacke, Putze und Zierprofile intakt, während die Wohnqualität steigt. Der Clou: Alles lässt sich zurückbauen, wenn Saison, Vermieter oder neue Ideen es verlangen.
Dämmung ist nur so gut wie ihr Feuchtemanagement. In Altbauten arbeiten wir diffusionsoffen, vermeiden dichte Folien an kalten Innenflächen und setzen auf atmungsaktive, kapillaraktive Füllungen wie Schafwolle oder Holzfaser in mobilen Rahmen. Luftdichtheit erhöhen wir gezielt an Zugluftstellen, nie flächig ohne Konzept. Hygrometer, Handrücken und Kerzenflamme werden zu einfachen Prüfwerkzeugen. Ergebnis: Weniger Zugluft, warmere Oberflächen, dennoch trockenes, angenehmes Raumklima ohne Schimmelgefahr oder abgeklemmte Bauteile.
Lärm reist gern Umwege: durch Türschlitze, Steckdosen, Fugen, Deckenbalken. Luftschall braucht Dichtheit und Masse, Körperschall Entkopplung, Nachhall braucht Absorption. Deshalb kombinieren wir Dichtungen, schwere Vorhänge, Teppiche, weiche Unterlagen und freistehende Regale. Ein Klatschtest verrät die Nachhallzeit, eine Lärm-App zeigt Tendenzen. Ziel ist keine Tonstudio-Stille, sondern alltagstaugliche Dämpfung. Wenn Türen satter schließen, Schritte weicher klingen und Stimmen weniger flattern, arbeiten die Bausteine zusammen richtig.





